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Event: Design your Culture

Das gab es beim 2. Corporate Culture Meet-up zu erleben

 

 

Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres veranstalteten wir unter dem Motto „Design your Culture“ ein Meet-up bei dem sich Speaker, Gäste und das Culturizer Team zum Austausch über das Thema Unternehmenskultur trafen. Ein riesen Dankeschön für die spannenden Vorträge, wertvollen Impulse und rege Teilnahme aller Gäste im Rahmen dieses Events. Ein Rückblick …

München, 21. November 2019, der Herbst weicht langsam dem Winter und vorweihnachtlicher Frost macht sich breit. Kein Grund für die knapp 70 Teilnehmer unseres Meet-ups zu Hause zu bleiben und die Füße hochzulegen. Stattdessen folgten sie unserer Einladung ins  ZERO-8 Studio in München Sendling, wo Newcomern und Wiederkehrern, Experten und generell Interessierten ein Raum zum Austausch über Unternehmenskultur geboten wurde.

 

 

Was geboten war …

 

Klassische Hierarchie, brauchen wir das noch? – Einblick in die kulturelle Reise der OPED

Stefan Zimmermann, Organisationsentwickler & Potentialentfalter (OPED GmbH)

 

Stefan startete die Speaker-Reihe mit einem mitreißenden und authentischen Vortrag über die Transformation seines Unternehmens von klassischen Hierarchiestrukturen hin zu einem Organisationsmodell, das sich vorrangig am Potential der Mitarbeiter, schnellen Entscheidungsprozessen und Kundennähe orientiert. Was OPED dafür benötigt? – Eine Transformation der Unternehmenskultur.

 

Er zeigte am konkreten Beispiel der OPED GmbH, wie die Culturizer Tools die Organisation in einem partizipativen Entwicklungsprozess weg von einer stark familienorientierten Unternehmenskultur hin zu einer projekteorientierteren Kultur unterstützen.
Der Grund für diese Transformation? Das Unternehmen möchte möglichst schnell und flexibel auf sich ständig verändernde Kundenbedürfnisse reagieren. Ein zu starker Fokus auf klassische hierarchische Strukturen, charakterisiert durch ein hohes Maß an Kontrolle und Top-Down Entscheidungsprozessen, kann hierbei hinderlich sein.

 

Stefan schilderte dabei eindrücklich die besondere Rolle der Führungskräfte in diesem Transformationsprozess. Das Management der Organisation erkannte in kürzester Zeit, dass ein verharren auf Machtpositionen, Titeln und kontrollierendem Verhalten dieser Entwicklung maßgeblich im Wege steht – es handelte: Im Laufe der Erneuerung des Geschäfts- und Organisationsmodells beschlossen die Manager auf ihre klassischen Titel und Positionen zu verzichten und reihten sich als Fachexperten in die neu definierten Wertschöpfungsketten ein. Die klassische Rolle der Führungskraft als disziplinarischer Vorgesetzter weicht der Rolle des Coaches, die der fachlichen, methodischen und persönlichen Weiterentwicklung der Mitarbeiter dient. Aus Kontrolle wird Vertrauen. Aus Fremdbestimmung der Mitarbeiter wächst Eigenverantwortung eines jeden und einer jeden Einzelnen.

 

Mit diesem unkonventionellen Transformationsprojekt könnte sich OPED nahtlos als deutsches Vorzeigeunternehmen in das Buch „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux einreihen. In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung brauchen wir mehr Organisationen, die sich ebenso mutig und beherzt wie OPED gemeinsam mit seinen Mitarbeitern auf die Reise machen. Danke für diese wertvollen Einblicke!

www.oped.de

 

Künstliche Intelligenz & Kreativer Mensch – Was erwartet uns in der Zukunft?

Susanne Gold, Gründerin und Herausgeberin des Zukunfts- und Wissenschaftsblogs für jedermann „Utopiensammlerin“ und Referentin für Forschungskommunikation (Siemens AG)

 

Die zweite Speakerin des Abends, Susanne Gold, verschaffte uns einen Einblick in das Potential der Künstlichen Intelligenz (KI) im Arbeitskontext.

Anhand phantasievoller Zeichnungen erklärte sie, warum Menschen heute vor allem ihr kreatives Potential nutzen müssen, um künftig mit der Künstlichen Intelligenz, welche immer mehr Einzug in die klassische Wissensarbeit hält, auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren zu können. Sie stellte dar, wie das kreative Potential der Belegschaft den Unternehmen dabei helfen kann, resilient und innovativ den sich rasch wandelnden disruptiven Märkten zu begegnen.

Gleich zu Beginn wies Susanne auf die Ängste vieler Mitarbeiter hin, zukünftig durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ihre Arbeitsplätze zu verlieren. Bereits im Jahr 2030 sollen 80 Prozent der bestehenden Arbeitsplätze mit dem Einsatz von KI konfrontiert sein. Um konkurrenzfähig zu sein, sollten sich Menschen von ihren künstlichen Kollegen unterscheiden. Dies gelinge ihnen durch ihre gesamte kreative Schaffenskraft.

 

Am Beispiel des Journalismus zeigt sich, wie es heute schon gelingt, ganze Zeitungsartikel und sogar Buchkapitel durch den Einsatz von Algorithmen zu gestalten. So fütterte das New Yorker Startup Botnik eine KI-basierte Software mit allen acht Harry Potter Bänden, welche daraufhin eigenständig ein neues Kapitel erstellte.
Da künstliche Intelligenzen ihre Schlüsse jedoch immer auf Basis bestehender Daten ableiten, bezweifelt Susanne die generelle Fähigkeit KI-basierter Software, die Zukunft zu prognostizieren. Diese Fähigkeit ist bislang allein dem Menschen vorbehalten.

 

Susanne kommt zu einem entscheidenden Schluss: Die Rolle der KI und das damit verbundene Zukunftsbild unserer Arbeit und Gesellschaft müssen wir gemeinsam als Menschen völlig neu entwerfen. Persönliche Integrität ist dabei der Schlüssel zur Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt von morgen. Für sie ist zwingend ein Kulturwandel im Mindset der Menschen nötig, die ihre Berufswahl bislang anhand der Fragen: „Was braucht die Welt von mir?“ und „Wofür kann ich bezahlt werden?“ ausrichteten. Vor dem Hintergrund des Einzugs der künstlichen Intelligenz in die Wissensarbeit lohnt es sich, unsere Werte und unser Handeln bei der Wahl unserer Aufgaben zu überdenken.

 

Susanne begreift es als dringendste Hausaufgabe der Menschen, positive Zukunftsbilder zu formulieren und das Potential technologischer Innovationen wie der KI zugunsten der Menschheit zu nutzen – und dies nicht alleine den Softwareherstellern zu überlassen. Zu diesem Zweck sammelt Susanne in ihrem Zukunfts- und Wissenschaftsblog „Utopiensammlerin“ Zukunftsvisionen verschiedenster Menschen und freut sich über jeden, der Kontakt zu ihr aufnimmt, um sich zu beteiligen.

 

Machen wir es Susanne nach und verstehen Digitalisierung als Aufbruch in eine neue Welt – und träumen von einer besseren. Danke für diese positiven Impulse!
www.utopiensammlerin.com

 

 

Darf ich eigentlich einen Fehler machen? Nein, ich muss! – Fall-Beispiele eines Jongleurs

Andreas Gebhardt, Jongleur & Speaker

 

Der Profi-Jongleur Andreas Gebhardt rundete die Speaker-Sessions mit einer eindrucksvollen Performance zum Thema Fehlerkultur ab. Mit einer Mischung aus artistischer Höchstleistung und humorvoller Unterhaltung zeigte er, was Fehler für das Lernen und die Leistungsfähigkeit von Menschen bedeuten. Dabei warf er zeitweise insgesamt fünf Jonglierbälle durch die Luft, ohne dabei einen einzigen Ball fallen zu lassen.

 

Doch dann passierte es: Der erste Ball glitt ihm aus der Hand und fiel neben ihm zu Boden.

Er zeigte eindrücklich, welche Rolle derartige Fehler in seinem eigenen Lernprozess als ehemaliger Profi-Jongleur spielten und schaffte es den Zuschauern analoge Situationen im Arbeitsalltag aufzuzeigen, denn: Fehler sind menschlich.

Seiner Ansicht nach führt ein Ausschluss von Fehler und die Kommunikation darüber dazu, dass auch ein Teil des Menschen ausgeschlossen wird – und wer will „halbe Mitarbeiter, die sich nur halb engagieren und schon zur Hälfte wieder weg sind? Ganze Menschen seien deutlich produktiver, kreativer und glücklicher“.

 

Bei Fehlern hält er es wie wir als Culturizer Team mit der Unternehmenskultur: Besprechbar und nutzbar machen! 😉
Danke für diese Show!

www.andreasgebhardt.de

 

 

Was wir mitnehmen …

 

Ein toller Abend dank abwechslungsreicher und spannender Speaker-Sessions und anschließendem Austausch und Netzwerken der Teilnehmer in entspannter Atmosphäre. An alle die diesmal nicht dabei sein konnten: Dies war definitiv nicht unser letztes Event – das nächste Meet-up ist schon wieder in Planung …

 

 

 

 

Autor

Niko Stampfl