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Kulturarbeit im virtuellen digitalen Dialog

Ja was denn nun? Kultur digital und im Dialog. Und das auch noch virtuell – wie geht das denn? Das konnten wir uns bis vor gar nicht allzu langer Zeit auch nicht vorstellen. Doch Not macht erfinderisch, sagt man, und das ist die Geschichte dazu.

Ein Geschäftspartner arbeitete in seiner deutschen Führungscrew an der Frage, für wie zukunftsfähig sie die Kultur ihres Unternehmens einschätzen, wenn man sich denn den Herausforderungen der Branche in den kommenden Jahren stellt: Preisdruck, Digitalisierung, demographische Effekte, Regulierung und andere mehr. Doch das deutsche Headquarter ist nur ein Bruchteil eines Unternehmens, das in vielen Regionen der Welt zuhause ist. So entstand der Wunsch, auch aus den großen Regionen – USA und Asien – eine Einschätzung darüber zu erhalten, wie denn dort die Ist-Kultur wahrgenommen wird und welches Bild dort davon besteht, wie sich die Kultur im Gesamtunternehmen weiterentwickeln muss, um zukunftsfähig zu sein. Auf Basis dieser Einschätzungen wollte der Vorstand dann die eigene Kulturdiskussion wieder aufnehmen und entscheiden, welchen Weg man einschlagen wird.

 

 

Was?

Also hinfliegen, Workshops halten, Summary schreiben. Und das einmal rund um die Welt mit minus sieben und plus sechs Stunden Zeitverschiebung, mit der Notwendigkeit, mindestens einen Tag vorher anreisen zu müssen, um den Jetlag in den Griff zu bekommen und mit dem Zeitdruck, dass der deutsche Vorstand in drei Wochen die Ergebnisse haben wollte. Das wäre kaum zu organisieren gewesen, hätte für je sechs Stunden Workshop pro Region in Summe drei Tage Zeiteinsatz erfordert und wäre zudem ein ziemlich teurer Plan geworden. Und nun?

 

Wie?

Zehn Tage später klingelt um 3:30 Uhr der Wecker, und ich mache mich auf den Weg in das Unternehmen. Um 5:00 Uhr startet dann der Workshop mit der Führungsmannschaft aus Asien, die sich um 12:00 Uhr Ortszeit in Shanghai versammelt hatte. Und um die deutsche Mittagszeit herum war der Workshop dann gelaufen und die Ergebnisse dokumentiert. Und wieder ein paar Tage später wiederholt sich die Szenerie mit dem US-Leitungskreis ab Nachmittag um 17:00 Uhr. Ziel erreicht: Mit zweimal sechs Stunden Zeitaufwand und der Erfahrung, dass Schichtarbeit zum globalen Beraterleben gehört.

 

Womit?

Möglich wurden diese Sessions durch zwei Technologien: Die eine heißt Culturizer und kommt aus der ComTeamGroup, die zweite heißt HD-Videokonferenz und kommt in unserem Fall von Cisco. Der Culturizer, unser Analysewerkzeug zur Beschreibung von Ist-Kulturen und zum Designen einer Ziel-Kultur, ist der digitale Nachfolger des Kulturprofil-Indikator. Und das geht so: Eine Gruppe nimmt sich fünf Stunden Zeit, führt einen strukturierten Kulturdialog in sechs Schritten und dokumentiert die Ergebnisse in einer Web-Anwendung. Dieser Prozess wird in vielen Fällen von einem Berater begleitet, der mit Anleitungen und Fragestellungen den Prozess moderiert. Doch bisher geschah das immer live vor Ort – bis uns einfiel, dass eine ordentliche Videokonferenzanlage das auch virtuell leisten kann.

 

Der Culturizer besteht in der sogenannten CONSULTANT-Version aus zwei Teilen: Der Berater bedient zum Erklären der Schritte und zum Zeigen der Ergebnisse die Admin-Seite des Tools, und die Teilnehmergruppen loggen sich in die Team-Seite der Anwendung ein – mit bis zu vier Kleingruppen pro Workshop. Und über die HD-Konferenzanlage entsteht eine Video- und Sprechverbindung in so hervorragender Qualität, dass man schnell vergisst, wie weit entfernt man sich in Wirklichkeit befindet.

 

So haben wir also von München aus die Workshops eröffnet, eingeführt, durchgeleitet, Ergebnisse diskutiert und dokumentiert. Und es war ein Riesenvergnügen zu erleben, wie problemlos es funktioniert hat und mit welch geringem Aufwand es zu bewerkstelligen war. Hallo Welt! Wir kommen!

 

 

 

Autor

Lorenz Forchhammer

Co-Founder Culturizer GmbH // Senior Partner ComTeam AG

„Kulturarbeit ist doch ein einzigartiger Hebel für das Gelingen der großen Transformationen, damit Unternehmen zukunftsfest bleiben.”