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Team-Wert: Entwicklung

Kultur in der Krise: Team-Werte, die jetzt wichtig sind

 

Wir von Culturizer fühlen uns auf vielen Ebenen von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen: als Unternehmen, als KollegInnen, als Familienangehörige, als Eltern, als MitbürgerInnen. So forschen wir nun mit vollem Engagement an Lösungen, Team-Kultur in dieser Ausnahmesituation zu stärken. Dabei geht es um mehr als „nur“ unsere Tools. Es geht um die Frage, welche Werte gerade eine besondere Rolle haben, um isolierte Homeoffice-Teams zusammen und zusammenarbeitsfähig zu halten.

 

Wir haben dazu fünf Werte identifiziert, beschrieben und für eine Reflexion im Team aufbereitet:
1. Vertrauen (erschienen am 8.4.2020)
2. Verantwortung (erschienen am 16.4.2020)
3. Entwicklung. Darum geht es heute.
4. Stabilität (erscheint am 5.5.2020)
5. Kommunikation (erscheint am 12.5.2020)

 

Entwicklung – Lernen und Wachsen

 

„Um zu wissen was man will, muss man anfangen“, schrieb Pablo Picasso einmal, und fürs Anfangen gibt es gerade tausend Chancen. Doch es gibt auch zweitausend Zauderer, die lieber nichts tun oder gar andere behindern, frische Sachen auszuprobieren. Einige machen gerade mit ihrer digitalen Kompetenz einen Riesensatz nach vorne und entwickeln Formen der aktiven und interaktiven Zusammenarbeit aus den Homeoffices heraus. Andere müssen erst mal ein Projekt aufsetzen, das die Erlaubnis erarbeiten soll, Neues zu denken und zu probieren; an Tools, an Regeln, an Formaten. Und bis dahin ist alles verboten, was nicht schon ewig bewährt ist – was soll das?! Lasst Euch bloß nicht abwürgen! Widersprecht und erkämpft Euch Euer Recht zu Lernen und zu Wachsen! Ich liebe den Spruch des kanadischen Kaufmanns Willy Meurer:

 

„Manchmal ist es klüger, nachher um Entschuldigung zu bitten, statt vorher um Erlaubnis.“

 

Wer die tausend Chancen sieht, für die oder den sind diese Zeilen gedacht – über das Besondere am Lernen und Wachsen in schwierigen Zeiten.

 

Aktion: Handelnd lernen

„Die einen lernen durch lesen, andere durch abschauen. Und wieder andere fassen an den Elektrozaun und lernen auf diese Weise.“ Wenn es keine Landkarten und Wegweiser gibt, muss man ausprobieren, wo Wege sind. Nur so finden wir heraus, wie das mit digitalen Meetings wirklich klappt, wie man Homeoffice, Kinder und Partner koordiniert, wie man das mit Arbeit und Pausen hinbekommt, wenn keiner „Mahlzeit!“ ruft.

 

Es gibt gerade viel, das noch unvertraut ist, das man nur handelnd erforschen kann, denn Papier ist geduldig. Passieren da nicht zu viele Fehler? Nein, Fehler macht man im Forschermodus gar keine. Nur Erfahrungen. Und wenn man dann im Team austauscht, was funktioniert und was ein Holzweg ist, dann profitiert man gemeinsam. Und noch ein Gedanke: Grenzen findet man nur, wenn man sie überschritten hat. „Ob Du denkst, Du kannst es, oder Du denkst, Du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall Recht behalten“ – wird Henry Ford zitiert.

 

Perspektive: Fachlich und methodisch lernen

Was wir gerade besonders lernen ist, wie man lernt. Und die aktuellen Universalgelehrten heißen YouTube, LinkedIn, Mr. Blog und Tante Wiki. Und nichts erfüllt sich gerade so sehr, wie “Google’s mission is to organize the world’s information and make it universally accessible and useful.”

 

Das bedeutet für Teams, dass alle schlauer und kompetenter aus der Krise kommen werden, die sich nicht dagegen wehren. Nun könnte man einwenden, dass damit unkontrolliert unnötig Zeit verdaddelt wird, die Produktivität kostet. Na ja, das mit dem „unkontrolliert“ stimmt, Hurrah! Aber die Annahme der sinkenden Produktivität stimmt nicht. Wir haben in den letzten paar Wochen von vielen Teams erfahren, dass im Homeoffice mindestens genau so viel Arbeit weggeschafft wird wie im Büro. Und zusätzlich gibt es Raum für „Bleiben Sie neugierig“.

 

Review: Sozial und gemeinschaftlich lernen

Wissen allein macht nur schlau, aber nicht kompetent. Damit aus Wissen anwendbares Wissen wird, braucht es das Teilen. Man muss diskutieren, was es nützt und wo Grenzen liegen und wo man es ausprobieren kann. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner) gilt auch hier, und nur die Reflexion macht aus Meinung oder Wissen so etwas wie Erfahrung.

 

Manche Teams habe sich den Hack vorgenommen, dass jede/r im Mittwochs-Daily vorstellt, was sie oder er in der vergangenen Woche gelesen oder gesehen hat und davon irgendwie beeindruckt war. So entstehen kleine TEDs pro Team, und wenn das so bleibt, dann dezentralisiert sich Weiterbildung in weiten Bereichen fundamental. Gut so.
Und der andere Vorteil des sozialen Lernens im Team ist, dass nur gelernt wird, was ein paar Mitglieder für nützlich, relevant, praktisch und umsetzbar halten – jenseits von vorgegebenen und manchmal noch allzu verschulten Lernprogrammen, die Menschen erfunden haben, um vergangene Probleme zu adressieren. Doch ist es nicht viel relevanter, sich um die möglichen zukünftigen Themen zu kümmern?

 

Reflexion: Von und über sich selbst lernen

1975 gab es ein witziges Lied von den Statler Brothers: “Noah found Grace in the Eyes of the Lord”. Und in einer Zeile, die mich seitdem täglich begleitet, spricht der Herr zu Noah, der meint, er wisse nicht, wie man eine Arche baut: „Du weißt nie, was Du kannst, bevor Du es versuchst – nun geh und hole Bauholz, auch wenn Du leise fluchst.“

 

Doch wie finden wir wirklich heraus, was wir können und was wir wollen? Die ziemlich alten Weisheiten der Klöster sagen „ora et labora“ oder „actio et contemplatio“, also „probier was“ und „reflektiere/meditiere“ darüber. Achtsamkeit ist ein wunderbarer Weg, so zur Ruhe zu kommen, dass aus Erlebnissen Erkenntnisse fließen können; sie hilft herauszufinden, woran wir echte, tiefe Freude (und nicht nur Spaß) haben und was uns nicht gut tut, schwächt, fesselt oder taub macht. Und ich finde schon, dass wir herausfinden müssen, was uns wirklich erfüllt, denn Konfuzius hat Recht: “Choose a job you love and you will never have to work a day in your life”.

 

Besondere Zeiten bieten immer große Chancen: Gerade die Offenheit und Unvorhersehbarkeit schenken uns die Freiheit, Entscheidungen neu zu treffen und Wege neu einzuschlagen. Das Leben kann so leicht sein! 😀

 

“Let us not seek to fix the blame for the past. Let us accept our own responsibility for the future.” (John F. Kennedy)

 

HAPPY CULTURIZING!!! 💙

 

 

Autor

Lorenz Forchhammer

Co-Founder Culturizer GmbH // Senior Partner ComTeam AG

„Kulturarbeit ist doch ein einzigartiger Hebel für das Gelingen der großen Transformationen, damit Unternehmen zukunftsfest bleiben.”